Ist Athen das neue Berlin?

Seit der Eurokrise und damit verbunden dem Niedergang der griechischen Wirtschaft

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gilt das wunderschöne Land mit lang zurückreichender Geschichte als kranker Mann von Europa.

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Wo früher Hellas als Mutterland der Demokratie galt und bereits während der Antike dank der griechischen Wissenschaftler, Architekten und Philosophen als Wiege der europäischen Kultur angesehen wurde, ist das Image heutzutage eher negativ behaftet. Heutzutage wird das Land eher mit Korruption, Misswirtschaft und einem ineffizienten und aufgeblasenen Beamtenapparat gleichgesetzt. Seit Jahren geistern vorurteilsbehaftete Bilder durch die Medien, dass Griechinnen und Griechen faul seien und niemals Steuern zahlen würden. Und obwohl der Tourismus wieder stark angezogen hat und sich die griechische Wirtschaft wieder langsam erholt, sind die Bedingungen des südosteuropäischen Staats nicht annähernd mit denen vergleichbar, die vor dem Jahre 2008 vorherrschten.

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Noch immer muss der griechische Staat sparen und kann somit nicht in seine Bürgerinnen und Bürger oder die Infrastruktur und Bildung investieren. Das liegt unter anderem auch daran, dass die meisten Betriebe privatisiert worden sind und ehemals erfolgreiche Fabriken ihre Waren nicht mehr verkaufen können. Dies gilt für den Schuh gleichermaßen wie für Produkte aus dem Genussbereich oder der Landwirtschaft.

Doch wer in letzter Zeit zum Beispiel in Athen unterwegs war, der wird höchstwahrscheinlich eine Veränderung bemerkt haben.

Athen wird immer beliebter

Aufgrund der Wirtschaftskrise ist es in Athen im Vergleich zu anderen Städten Europas sehr viel günstiger zu leben. Das liegt nicht nur an den moderaten Mieten, sondern auch an den generellen Lebenshaltungskosten. Denn eines darf nicht vergessen werden: Ein durchschnittliches Gehalt in Griechenland liegt bei etwa 800 Euro netto. Und da Städte wie Berlin, Paris, Madrid, Barcelona und London immer teurer werden und somit Karrieristen anziehen, beginnen die Künstler und Freischaffenden, die den Reiz und den Wert einer Stadt ausmachen, in die Peripherie Europas zu ziehen. Neben Athen profitieren noch Städte wie Bukarest, Budapest und Warschau von diesen neuen Gegebenheiten.

Nachdem die Documenta neben Kassel im Jahre 2016 auch in Athen zu Besuch war, scheint es so, dass aufgrund der idealen Bedingungen, die in der Hauptstadt Griechenlands vorherrschen, immer mehr Künstlerinnen und Künstler an die Ägäis ziehen.

Weitere Vorteile dieser Stadt ist neben den günstigen Bedingungen die Tatsache, dass viele Griechen Englisch sprechen. Die Jugend ist sehr gut ausgebildet und das Wetter ist warm und meist sonnig. Auch ist es von Vorteil, dass Expats, die nach Athen ziehen, in wenigen Stunden mit der Fähre auf den weltbekannten Inseln Mykonos und Santorini sein können. Das griechische Nachleben generell ist legendär und die Landesküche schmackhaft.

Viele Medien vergleichen den Run auf Athen bereits mit Berlin, als nach der Wende die deutsche Hauptstadt zum Sehnsuchtsziel der ganzen Welt wurde. Übrigens aus den gleichen Gründen wie heutzutage bei Athen. Doch auch hier besteht die Gefahr, dass in einigen Jahren Athen genauso teuer sein wird wie Berlin oder Paris.

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