Der städtische Wohnungs- und Immobilienmarkt steht vor gewaltigen Herausforderungen. Steigende Mietpreise und knappe Bauflächen bestimmen das Bild in den städtischen Ballungsräumen.
Wohnungen in Schweizer Städten
In der Schweiz stehen derzeit rund 75.000 Wohnungen leer. Die meisten davon sind Mietwohnungen. Allerdings befindet sich der Großteil dieser Wohnungen in ländlichen Gebieten. Vor allem das Tessin verzeichnete in diesem Jahr einen Höchststand an leerstehenden Wohnungen. Den höchsten Anteil an leerstehenden Wohnungen gibt es jedoch im Kanton Solothurn. Dort stehen derzeit rund 3 Prozent aller Wohnungen leer. Im Gegensatz dazu hat sich die Situation in den Ballungsräumen von Genf, Lausanne, Bern und Basel in eine andere Richtung entwickelt. Dort gibt es zu wenig leerstehende Wohnungen, doch der Wohnbedarf wird immer größer.
Wohnungen in deutschen Städten
Ein ähnliches Bild präsentiert sich auch in Deutschland. Dort wird der Wohnraum in großen Ballungszentren immer geringer, während auf dem Land deutlich mehr Wohnungen frei sind. Zurückzuführen ist dieser Trend auf das Vorhandensein von Jobs in urbanen Bereichen. Dieser Umstand verleitet viele Menschen dazu, in Städte zu ziehen. Auch durch die Immigration hat sich die Situation in deutschen Städten verschärft. Immer mehr Menschen aus dem Ausland wohnen in den großen Städten der Bundesrepublik. Das verteuert in erster Linie auch die Mieten. Dazu kommen noch Spekulationen aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ermittelte unlängst, dass in den Jahren 2016 bis 2018 rund 283.000 neue Wohnungen errichtet wurden. Der Bedarf liegt jedoch bei deutlich über 300.000 Wohnungen.
Das Stadt-Land-Gefälle
Während in den städtischen Regionen zu wenig neue Wohnungen errichtet werden, wird in ländlichen Gebieten und in der Nähe von Städten zu viel gebaut. Durch den Neubau von Wohnungen in der Peripherie verstärkt sich jedoch der Leerstand von Wohnungen in diesen Gebieten. Viele Experten fordern daher, dass auf dem Land eher Altbestände saniert werden sollten, statt neue Wohneinheiten zu errichten. In den Städten herrscht hingegen bereits akute Wohnungsnot. Vor allem in Großstädten verschlingen die Mieten einen Großteil des monatlichen Einkommens der Menschen. Eine konkrete Lösung dieser Probleme ist bislang noch nirgends in Sicht. Deshalb sind hier auch die verantwortlichen Städteplaner gefordert, entsprechende Konzepte zu entwickeln, um der Wohnungsknappheit in Großstädten entgegenzusteuern. Nur so kann die Wohnungsnot in den Ballungszentren der einzelnen Länder wirksam begegnet werden, was allerdings einfacher gesagt als getan ist.